Bremen und Worpswede feiern 125 Jahre Künstlerkolonie

Bremen und Worpswede feiern 125 Jahre Künstlerkolonie Foto: Bremer Touristik-Zentrale GmbH

Ausdrucksstarke Himmelsfarben mit bizarren Wolkengebilden und eine urtümliche Moorlandschaft – diese Naturerfahrung machten vor mehr als 100 Jahren drei junge Maler in dem bis dahin völlig unbekannten Dorf Worpswede mitten im mythisch anmutenden Teufelsmoor. Grund genug für sie, in dieser abgeschiedenen Gegend zwischen Hamburg und Bremen 1889 sesshaft zu werden und das Dorf innerhalb weniger Jahre zum bekanntesten Künstlerort Deutschlands zu machen. 2014 jährt sich die Gründung der Künstlerkolonie zum 125. Mal.



Anlässlich des Jubiläums zeigen Bremer Kulturinstitutionen mit verschiedenen Ausstellungen die ästhetischen Spuren berühmter Worpsweder Künstler und flankieren damit das Programm im Künstlerdorf selbst. Dort begehen die vier zentralen Museen diesen besonderen Anlass mit einem gemeinsamen Ausstellungsreigen, in dessen Mittelpunkt eine »Große Sommerausstellung« steht.

Worpsweder Kunstwerke sind aus dem Stadtbild Bremens nicht wegzudenken. Mit der künstlerischen Entdeckung Worpswedes, mit Fritz Mackensen, Otto Modersohn, Hans am Ende, Fritz Overbeck und Heinrich Vogeler wuchs die Verbindung zwischen Bremen und dem ehemals unbekannten Moorbauerndorf. Bis heute ist Worpswede Teil der kulturellen Identität Bremens und bedeutende Kunstwerke – ob Böttcherstraße oder Güldenkammer – verdankt die Hansestadt in Worpswede schaffenden Künstlern. Viele dieser Künstler sind in Bremer Museen regelmäßig oder dauerhaft präsent. Das Paula Modersohn-Becker Museum zeigt im Worpsweder Jubiläumsjahr die Ausstellung „Paula Modersohn-Becker: Berlin – Worpswede – Paris". Vom 23. März bis 6. Juli sehen Besucher Werke aus allen Schaffensphasen der jung verstorbenen Künstlerin. Das Overbeck-Museum widmet eine Ausstellung dem Thema „Fritz Overbeck und Otto Modersohn – Eine Künstlerfreundschaft" und belegt die enge Verbundenheit der beiden Maler mit einer Vielzahl von Werken. Begleitend dazu dokumentiert der ausgestellte Briefwechsel zwischen Overbeck und Modersohn bisher unbekannte persönliche Aspekte. Die Ausstellung in Bremen-Vegesack läuft vom 29. Juni bis 5. Oktober. Weitere Bremer Museen zeigen dem interessierten Publikum Spuren Worpsweder Künstler: Heinrich Vogelers „Zimmer einer jungen Frau" von 1906 ist Teil der Dauerausstellung im Focke Museum Bremen und die Kunsthalle Bremen präsentiert in ihrer ständigen Sammlung den „Worpsweder Saal".

Die große gemeinsame Sommerausstellung der vier zentralen Worpsweder Museen läuft vom 11. Mai bis zum 14. September unter dem Titel »Mythos und Moderne – 125 Jahre Künstlerkolonie Worpswede«. Sie nimmt die Besucher mit auf eine Zeitreise und beleuchtet die entscheidenden Wendepunkte des Ortes vor dem Hintergrund der europäischen Zeit- und Kulturgeschichte. Weitere Ausstellungen in Worpswede widmen sich den heute hier lebenden Künstlern und Kunsthandwerkern und belegen facettenreich die zeitgenössische Kulturszene.

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