Naturerwachen im Rhöner Frühling

Naturerwachen im Rhöner Frühling Foto: Rhön Tourismus

Ob wildromantische Wiesen, prachtvolle Kuranlagen oder barocke Schlossparks – in der Rhön kann man sich an bunter Blütenpracht erfreuen.



Wer dann am Grünen Band entlang wandert, der stellt fest: Das grüne Band ist bunt. Denn die gelben Blüten vom Labkraut stehen bei blau-violetten von Storchschnabelgewächsen und weißen vom Mädesüß.

Durch die frühere innerdeutsche Grenze verfiel die Landschaft in einen Dornröschenschlaf. Viele Abschnitte blieben unberührt, andere wurden für die Grenzpatrouillen offen gehalten. Diese Kombination aus Berglage, ungestörten Waldbereichen und offenen Landschaften schuf einen besonderen Lebensraum im Unesco-Biosphärenreservat Rhön. Viele Tier- und Pflanzenarten konnten hier ihren Lebensraum finden. Die Bergwiesen im Land der offenen Fernen sind deshalb so vielfältig, wie in kaum einer anderen Gegend in Deutschland.

Entlang des Grünen Bandes in der Rhön hielten sich Pflanzen, die in anderen Gegenden von Wald verdrängt wurden. Auf den Hochebenen weiden heute Rhönschafe und Heckrinder, eine Rückzüchtung zum Auerochsen. Die Tiere sorgen für die Offenhaltung des Grünen Bandes und damit für seine hohe Bedeutung für den Naturschutz. Das Team des Unesco-Biosphärenreservats informiert auf Vorträgen oder geführten Wanderungen über die Vegetation. Blüten bestimmen oder Kräuter sammeln – jeder findet dabei sein Gewächs.

Typisch für die Rhöner Hochplateaus sind weite Flächen von Borstgrasrasen, wie am Südhang der Wasserkuppe. Anders als in anderen deutschen Mittelgebirgen nutzten die Rhöner Bauern nicht nur die Berghänge, sondern auch die Hochlagen als Weidegebiete oder Heuwiesen. Deshalb waren die Plateaus bereits im Hochmittelalter fast entwaldet. Und weil das Rhöner Klima rau ist, konnten sich in dem Grasland Arten wie in höheren Gebirgen ansiedeln.

Was also auf den ersten Blick als vorwiegend grüne Wiese erscheint, entpuppt sich bei genauem Hinsehen als wertvolles, artenreiches Biotop. Zwischen dem Borstgrasbüscheln blühen beispielsweise Arnika, Hundsveilchen, Kreuzblume, Orchideen und Katzenpfötchen.

Mehr über typische Rhöner Landschaften erfährt man auf einem Rundgang durch den Rhönkulturgarten auf dem Plateau des Gebabergs. Die Extratour Gebaweg führt Wanderer durch ausgesucht schöne Landschaften. Ein herrlicher Rundblick lenkt den Blick von den Pflanzen am Wegesrand über die Basaltkuppen der Rhön.

Zahmer, aber durchaus fürstlich sind viele Garten- und Parkanlagen in der Rhön. Denn in den Rhöner Kurorten erholten sich in vergangenen Jahrhunderten Europas Monarchen. So entstand die Gartenanlage im Staatsbad Bad Brückenau 1747. Bayerns König Ludwig I. lustwandelte hier bereits. Noch heute basiert die Anlage auf ihrer spätbarocken Struktur und man wandelt durch symmetrisch angelegte Beete und kastenförmig geschnittene Kastanienalleen.

Ein Höhepunkt für Gartenfreunde ist das Fürstliche Gartenfest auf Schloss Fasanerie in Eichenzell bei Fulda vom 22. bis 25. Mai 2015. Das prachtvolle Barockschloss bildet den perfekten Rahmen für diese renommierte Gartenveranstaltung. „Lieblingsplätze" ist das diesjährige Motto. Jeder kann hier seinen Lieblingsplatz finden: auf einer Bank unter einem Obstbaum, im Design-Garten oder an einer reich gedeckten Gartentafel mit Freunden.

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