Mansfeld – Luthers unbekannte Kinderstube

Mansfeld – Luthers unbekannte Kinderstube Foto: Stadtverwaltung Mansfeld

Kupfer und Silber waren seit dem Mittelalter die Quelle für den Reichtum der im Südharz gelegenen kleinen Bergbaustadt Mansfeld. Mansfeld erhielt 1400 das Stadtrecht und 1996 den prägenden Namenszusatz „Lutherstadt". Am 14. Juni 2014 wird die Stadt als eine der Reisestationen für die reformationsgeschichtliche Spurensuche in Sachsen-Anhalt in den Fokus der Öffentlichkeit rücken. Dann wird „Luthers Elternhaus" mit der neuen Ausstellung „Ich bin ein Mansfeldisch Kind" eröffnet. Im Zusammenspiel mit den Luthergedenkstätten in Eisleben und Wittenberg wird damit Luthers Biografie im Ursprungsland der Reformation in Gänze erlebbar.

Der Lebenskreis Martin Luthers hatte in Eisleben 1483 seinen Anfang genommen, fand dort 1546 durch seinen Tod seine Vollendung. Über die Jahre seiner Kindheit  in Mansfeld war bisher weniger bekannt. Ganze 13 Jahre, die zweitlängste Zeit seines Lebens, verbrachte Martin Luther mit seinen Eltern Hans und Margarethe von 1484 bis 1497 in der vom Bergbau geprägten Stadt. Luthers Vater stieg durch Fleiß und harte Arbeit vom einfachen Bauern zum Bergmann, Minenbesitzer und geachteten Ratsherren auf. Die „Luders" waren mit wahrscheinlich neun Kindern eine wohlhabende Familie geworden. Die Auswertung von Ausgrabungsarbeiten auf dem Areal des 1805 abgebrochenen Elternhauses belegen dies. Die Archäologen stießen bei der Suche nach dessen Grundmauern auf eine 500 Jahre alte Abfallgrube und fanden tausende Knochen, Keramikscherben und Metallgegenstände. Die Forscher waren sich sicher, dass es sich dabei um die Küchenreste und Abfälle der Familie Luther handelt. Die ganze Fundgrube war mit Holzasche aufgefüllt. Es wurden Scherben von Töpfen, Krügen und Trinkgefäßen gefunden. Aber auch Fischgräten und Haustierknochen von Rindern, Ziegen, Schafen und Schweinen zeichnen das Bild einer reichen und wohlhabenden Familie. Teure Delikatessen waren zu dieser Zeit die auf den Märkten gehandelten Singvögel, von denen ebenso Knochen an der Fundstelle geborgen wurden.

All diese Facetten bringen nun Licht in einen bisher kaum bewussten Lebensabschnitt, in Luthers Kindheit. Vom Elternhaus, das ursprünglich ein prächtiger Vierseithof war, ist nur noch ein Teil erhalten geblieben. Dieses Gebäude wurde behutsam saniert und durch einen sehr prägnanten Neubau auf der gegenüberliegenden Straßenseite erweitert. Träger des neuen Museums „Luthers Elternhaus" ist die Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt (www.martinluther.de). Reisetipps für die reformationsgeschichtliche Spurensuche und die kostenfreie Broschüre „Luther erleben in Sachsen-Anhalt" gibt es im Internet unter www.luthererleben. de oder über das Sachsen-Anhalt-Info-Telefon 0391-56283 820.

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