Sachsen-Anhalt: Zum 500. Geburtstag von Lucas Cranach dem Jüngeren

Sachsen-Anhalt: Zum 500. Geburtstag von Lucas Cranach dem Jüngeren Foto: Jürgen M. Pietsch

Im Jahr 2015 – zwei Jahre vor dem Reformationsjubiläum – richtet die Lutherdekade den Blick auf die Kunst und auf die Bilder der Reformationszeit. Anlass, die Bilder, die die Botschaft der Reformation verbreiteten, in den Mittelpunkt zu rücken, ist der 500. Geburtstag des Wittenberger Künstlers Lucas Cranach der Jüngere. Trotz seiner ganz eigenen bildgewaltigen Formensprache, die die Themen der Zeit in beeindruckende Kunstwerke fasst, steht er bis heute im Schatten seines gleichnamigen Vaters, Lucas Cranach der Ältere. Im Jahr 2015 soll sich dies ändern. In Sachsen-Anhalt werden sich verschiedene Ausstellungen dem Leben und Werk des jüngeren Cranach widmen und ein facettenreiches Gesamtbild des Künstlers vermitteln. Die Landesausstellung wird vom 26. Juni bis 1. November 2015 in Wittenberg, Wörlitz und Dessau zu sehen sein.

Zum Gesamtvorhaben „Cranach der Jüngere 2015 – Landesausstellung Sachsen-Anhalt" gehören mehrere Ausstellungsprojekte:

 „Lucas Cranach der Jüngere – Entdeckung eines Meisters"
Die Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt widmet Lucas Cranach dem Jüngeren die weltweit erste eigene Ausstellung und lädt ein zu einer seit langem überfälligen Entdeckung dieses großen, aber noch weitgehend unbekannten Künstlers. Das Augusteum, das Vorderhaus des Lutherhauses, wird der Veranstaltungsort der Ausstellung sein, die den jüngeren Cranach als Menschen, Familienoberhaupt, Stadtkämmerer, Bürgermeister und Unternehmer vorstellt. Vor allem aber wird sie den Blick auf den Künstler Lucas Cranach lenken als fürstlichen Auftragnehmer, Maler reformatorischer Altäre und Epitaphien, Porträtisten und Zeichner. Bis zu seinem Tod 1586 führte er in Wittenberg eine der größten und produktivsten Kunstwerkstätten in Europa. Mit originalen Gemälden, ausgewählten Zeichnungen und Druckgrafiken wird die Breite von Cranachs Schaffen sichtbar. Darüber hinaus beleuchtet die Ausstellung seine Biografie und zeigt ihn als einen mobilen und geschäftstüchtigen Menschen inmitten eines großen persönlichen und beruflichen Netzwerks. Medienstationen, die zusätzlich Wissenswertes und bislang Unbekanntes vermitteln, runden den Gang durch die Ausstellung ab.

„Pop-up Cranach"
Ein weiterer Ausstellungsteil in Wittenberg richtet sich vor allem an Kinder, Jugendliche und Familien: Das Alice – Museum für Kinder im FEZ-Berlin und die Stiftung Luthergedenkstätten präsentieren die Mitmachausstellung „Pop-up Cranach". Die Ausstellung lädt zu einer abwechslungsreichen und anregenden Entdeckungsreise in die Welt der Malerfamilie Cranach ein. Gemälde und Grafiken der Cranachs bilden die Grundlage für begeh- und benutzbare Ausstellungsmodule, die vielfältige Informationen vor allem zum Leben und Schaffen des jüngeren Cranachs bieten. Die Besucher werden zum Mitmachen, Erforschen, Beobachten und Nachmachen angeregt. Ein Begleitprogramm hält die Möglichkeit bereit, selbst künstlerisch tätig zu werden. Die Ausstellung „Pop-up Cranach" wird ebenfalls im Augusteum präsentiert.

„Cranachs Kirche – Taufe • Leben • Sterben – Originale am originalen Ort"
Die Stadtkirche Sankt Marien in Wittenberg beherbergt zahlreiche Originalgemälde von Lucas Cranach dem Jüngeren. Sie ist zudem ein authentischer Ort, der das Leben des Malers von Anfang bis zum Ende bezeugt. Hier befinden sich das Grab und das Grabmal Lucas Cranach des Jüngeren, hier hörte er die Predigten der Reformatoren, hier wurde er vermutlich getauft und getraut. Für die Ausstellung werden die Cranachwerke aufwändig restauriert, darunter etwa der bekannte Reformationsaltar, an dem Lucas Cranach der Jüngere zusammen mit seinem Vater gearbeitet hat. Weitere wichtige Werke sind die Epitaphe für Johannes Bugenhagen und Paul Eber, letzteres besser bekannt unter seinem Titel „Der Weinberg des Herrn". Die Werke sind wichtige Zeugnisse der Reformationsgeschichte. Weiterführende Erläuterungen und Texte werden die Ausstellung ergänzen. Veranstalter sind die Evangelische Stadtkirchengemeinde und die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland.

„CranachCity"
2015 wird die Lutherstadt Wittenberg zur Cranachstadt. Unter dem Titel „CranachCity" feiert die ganze Stadt den 500. Geburtstag des Wittenberger Künstlers Lucas Cranach der Jüngere. Ausstellungen, zeitgenössische
Kunst, Multimedia Installationen, Angebote für Kinder und Jugendliche – Wittenberg begeht den Geburtstag bunt. Die Veranstaltungsformate basieren zu einem großen Teil auf Ideen von Wittenberger Bürgern, Vereinen und Initiativen. Vorgesehen ist unter anderem eine Ausstellung mit dem Titel „Cranach und die Moderne", in der Werke zeitgenössischer Künstler in Bezug zu Cranach gestellt werden. Das Teilprojekt „Schauplatz Wittenberg" macht leer stehende Häuser in Wittenbergs Altstadt zu Galerien, in denen Künstler Arbeiten präsentieren, in denen sie sich mit der Geschichte der Häuser, der Stadt und mit Lucas Cranach dem Jüngeren auseinandersetzen. Workshops, interaktive Stadtführungen und pädagogische Angebote runden die Bandbreite der Angebote von CranachCity ab.

„Cranach im Gotischen Haus in Wörlitz"
Ein weiteres Teilprojekt der Landesausstellung 2015 führt nach Anhalt. Die Kulturstiftung DessauWörlitz präsentiert die Ausstellung „Cranach im Gotischen Haus in Wörlitz". Dort, im Gotischen Haus des Wörlitzer Parks, begründete Fürst Franz von Anhalt-Dessau im 18. Jahrhundert eine der weltweit ältesten und umfangreichsten Sammlungen von Gemälden der beiden Cranachs. Die Sammlung mit rund 20 Werken ist in wesentlichen Teilen erhalten geblieben. In der Ausstellung sollen die Werke möglichst in originaler Hängung präsentiert werden. Damit wird der ursprüngliche Sammlungszusammenhang mit allen kunsthistorischen, zeitgeschichtlichen und philosophischen Bezügen wieder erlebbar gemacht.


Cranach in Anhalt
Die Anhaltische Gemäldegalerie präsentiert im Johannbau in Dessau die Ausstellung „Cranach in Anhalt". Seit dem offiziellen Bekenntnis der Dessauer Fürsten zur lutherischen Lehre ist Dessau eng mit der Reformation verbunden. Die Cranachfamilie zog es deshalb immer wieder aus dem 40 Kilometer entfernten Wittenberg hierher. Geblieben ist ein reicher, für die Reformation programmatischer Bildbestand. Schönstes und eindrücklichstes Zeugnis dafür ist die Dessauer Abendmahltafel, auf dem Luther, Melanchthon und Georg III. von Anhalt gemeinsam mit Cranach dem Jüngeren als Mundschenk gemeinsam das Abendmahl feiern.
Mit den beindruckenden Epitaphien in der Johanniskirche, den Hauptwerken seines Vaters Cranach d. Ä., Werken altdeutscher Malerei aus der Anhaltischen Gemäldegalerie Dessau, mit Grafiken und wertvollen Buchbeständen zeichnet die Ausstellung ein facettenreiches Bild des jüngeren Cranachs. Cranach-Kirchen in der Region Die Bedeutung von Lucas Cranach dem Jüngeren und seinem Vater für die Kultur- und Kunstlandschaft Sachsen-Anhalts ist überragend. Neben Museen beherbergen bis heute zahlreiche Kirchen im Land, nicht zuletzt in der Region Dessau/Wittenberg, wertvolle Cranach-Altäre und -Gemälde.

Das Projekt „Cranach-Kirchen in der Region" nimmt ausgewählte Gotteshäuser in den Blick. Mit Gottesdiensten, Veranstaltungen und Ausstellungen werden die vorhandenen Schätze in den „Cranach-Kirchen" für eine breite Öffentlichkeit erfahrbar gemacht. In das Vorhaben sollen unter anderem folgende Kirchen einbezogen werden: St. Johannis-Kirche in Dessau, Marienkirche Dessau, St. Bartholomäi-Kirche in Zerbst, St. Petri-Kirche in Wörlitz, Stadtkirche St. Marien in Kemberg sowie die Pauluskirche in Dietrichsdorf.


Weitere Informationen auf www.cranach2015.de

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