Blaue Frösche, wilde Schweinereien und andere schräge Vögel

Blaue Frösche, wilde Schweinereien und andere schräge Vögel Foto: Thomas Ebelt

In der Eulenspiegelstadt Mölln wartet eine besondere Entdeckungsreise auf die Naturliebhaber. Durch den Naturerlebnisraum Mölln sowie den Wildpark mit vielen heimischen Tieren führt der Waldpädagoge Roland Franz seine Gäste das ganze Jahr über zu spannenden Exkursionen. Von Natur umgeben, gehört Mölln und sein Umland zu den ausgewählten Naturschätzen, die in der Region Herzogtum Lauenburg unter dem Motto „Herzogs Schätze" zu besonderen Naturerlebnissen einladen.



Schon bei der Anreise über die schmale asphaltierte und schattige Straße ist unverkennbar, dass Mölln eine waldreiche Stadt ist. Inmitten der Bäume taucht dann auf einmal ein hölzerner Bau mit Türmchen auf - das Naturparkzentrum Uhlenkolk. Direkt neben dem Parkplatz liegen ein Spielplatz, eine Dacherlebnisrutsche, eine Naturausstellung sowie ein kleines Café, das auf seiner Angebotstafel mit leckerem Kuchen lockt. Doch das gerne später, denn jetzt heißt es erst mal auf Erkundung mit dem Waldpädagogen gehen. Da kommt er auch schon um die Ecke, Roland Franz, Drei-Tage-Bart, Schlapphut und Ranger-Outfit, der Begleiter für die nächsten eineinhalb Stunden. Roland ist ausgebildeter Forstwirt und zertifizierter Waldpädagoge. Bereits seit 25 Jahren durchstreift er beruflich die 1.200 Hektar Wald des Möllner Stadtgebietes. Insbesondere ist er in der Umweltbildung tätig. Klar, dass er viel zu berichten weiß.

Als erstes drückt er den Teilnehmern der Gruppe eine Streichholzschachtel mit einem Streichholz in die Hand und bittet darum, mit nur einem Streichholz ein Feuer zu entzünden. Dafür darf man die Materialien benutzen, die man hier so findet. Das kleine Experiment diene nur zur Sicherheit, wie Roland sagt, denn: falls sich einer im Wald verliert, soll er nachts nicht frieren. So sucht ein jeder das eine oder andere trockene Naturmaterial zusammen, häuft es auf und versucht sein Glück - leider vergebens. So einfach ist das nicht. Doch mit ein paar Handgriffen weiht der erfahrene Forstwirt in das Geheimnis des Feuermachens ein.

Danach stapft die kleine Gruppe durch den Wald und gelangt an einen kleinen See. Roland erklärt, dass es sich hierbei um ein so genanntes Toteisloch aus der letzten Eiszeit handelt. Diese Kältephase hat die Landschaft hier in Mölln extrem geprägt und viele kleinere und größere Seen entstehen lassen. In den meisten davon kann man herrlich baden. Roland macht auf ein Paar Glubschaugen im Wasser aufmerksam. Ein Frosch, genauer gesagt ein Moorfrosch, und ziemlich hässlich nach menschlichem Empfinden. Die Männchen machen gern mal Blau. Genauer gesagt verfärben sie sich blau zum Höhepunkt der Paarungszeit. Dieses Farbschauspiel dauert im Frühjahr meist nur wenige Tage und zieht jede Menge Besucher an. Ein guter Anlass, nochmal hierher zurück zu kehren.

An einer anderen Station pflückt Roland ein paar Nadeln vom Baum und zerreibt sie in der Hand. Es entwickelt sich ein angenehmer zitroniger Duft. Der Waldexperte erklärt, dass es sich um eine Douglasie handelt und diese eigentlich aus Nordamerika stammt. Sie wurde als schnellwachsende Nutzpflanze in Europa eingeführt und fühlt sich hier ganz wohl. Weiter geht es zu einigen Wildtier-Gehegen, die zum angeschlossenen Wildpark gehören. Dieser ist 24 Stunden am Tag geöffnet und rund um die Uhr kostenlos zu betreten – sehr familienfreundlich also. Ein riesiges Gehege sieht besonders grotesk aus – umgestürzte Bäume, aufgewühlter Boden, Schlammlöcher. Hier hat es sich eine Wildschweinfamilie gemütlich gemacht. Der Keiler mit seinen Damen und ein paar Frischlingen haben ganze Arbeit geleistet und dieses skurrile Bild erschaffen.

Weiter geht es mit vielen interessanten Geschichten über die Arbeit eines Forstwirtes und Waldpädagogen zu den Uhus, Steinkäuzen, Waschbären und Marderhunden. Etwas weiter wird die Gruppe von den Kolkraben Jakob und Adele begrüßt. Jakob stammt aus einer Handaufzucht und der damalige Besitzer konnte ihn nicht mehr artgerecht halten. Roland erzählt, Jakob könne sprechen und denkt, er sei eher ein Mensch als ein Kolkrabe, deshalb ist eine Auswilderung nicht wie bei anderen Tieren aus dem Möllner Wildpark möglich. Tierschützer hätten Jakob einmal befreien wollen, was mit einem Ausflug in ein Möllner Brillengeschäft endete. Von dort musste der Ausreißer dann wieder abgeholt werden. Nun endet der Rundgang mit Waldpädagoge Roland. Die gemeinsame Zeit verging wie im Fluge. Voll von Eindrücken verabschiedet man sich voneinander, während es aus dem Kolkrabengehege tönt „und Tschüss".

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