Gewitter: Was am besten zu tun ist

Gewitter: Was am besten zu tun ist Foto: Mihai Simonia/Shutterstock.com

Sintflutartiger Platzregen, Gewitter, Sturm und Hagel – leider gehören heftige Wetterkapriolen genauso zum Sommer wie Eiscreme, Badehose und Flipflops. Meist entwickeln sich die Sommergewitter sehr schnell. Was am besten tun?



Dunkle Wolken ziehen auf, die Luft wird schwül und am Himmel sind erste Blitze zu sehen – kurz: Ein Gewitter ist im Anmarsch. Doch was ist zu tun, wenn es so weit ist? Wer im Freien von einem Unwetter überrascht wird, sollte am besten in einem Gebäude Schutz suchen. Gibt es dazu keine Möglichkeit, ist es wichtig, nicht selbst der höchste Punkt im Gelände zu sein. Die sicherste Position auf freiem Feld ist eine Hocke mit eng zusammenstehenden Füßen, Kopf auf die Arme gelegt. Zu Bäumen ist ein Abstand von mindestens zehn Metern empfehlenswert, da in sie aufgrund ihrer Höhe häufig Blitze einschlagen. „Das Sprichwort ‚Buchen sollst Du suchen, Eichen sollst Du weichen', ist daher ein Mythos, erklärt Rolf Mertens, Versicherungsexperte von Ergo. Auch bei Strom- und Überlandleitungen auf einen gebührenden Abstand von mindestens 50 Metern achten: Nehmen diese in einem Sturm nämlich Schaden, wird es in ihrer Nähe schnell lebensgefährlich. „Wer dagegen im Auto von einem schweren Sommergewitter überrascht wird, sollte keinesfalls aussteigen", betont Rolf Mertens. Denn tatsächlich ist das Fahrzeug während eines Gewitters der sicherste Ort, da die Metallkarosserie einen sogenannten Faradayschen Käfig bildet. Der Blitz wird außen um den Wagen herum abgeleitet. Trotzdem gilt: Während des Gewitters besser nicht den Metallrahmen berühren! Motorrad- und Fahrradfahrer sollten generell während des Unwetters auf eine Weiterfahrt verzichten.

In den eigenen vier Wänden fühlen sich die meisten bei Gewitter am sichersten. Wenn das Haus einen Blitzableiter hat, besteht normalerweise auch kein Grund zur Beunruhigung, so der Ergo-Experte. Ein paar Vorsichtsmaßnahmen sind allerdings nie verkehrt: Steht ein Unwetter unmittelbar bevor, heißt es schnell sein: „Damit die Scheiben keinen Schaden nehmen, schließen Sie am besten alle Fenster- und Rollläden und nehmen Geräte wie Mikrowelle, Radio, Computer oder Fernseher möglichst durchgängig vom Stromnetz. Denn auch ein Blitzeinschlag in einiger Entfernung kann zu kostspieligen Überspannungsschäden führen", so der Tipp von Rolf Mertens. Vorsicht ist generell bei sämtlichen Metallleitungen geboten, die von draußen ins Haus führen. Das heißt: Strom-, Gas- und Telefonleitungen nicht benutzen! Denn Blitze können auch indirekt übertragen werden, beispielsweise durch feuchtes Gras oder Zäune. Das Telefonieren mit dem Handy, Tablet oder einem schnurlosen Festnetztelefon ist hingegen unbedenklich. Auf eine Dusche oder ein Bad während eines Gewitters besser verzichten. Zwar ist die Gefahr eines Stromschlags über das Leitungswasser gering – vor allem in modernen Häusern – sie ist aber selbst bei geerdeten Badewannen vorhanden. Und: Auch wenn es an allen Ecken kracht und ächzt – es ist besser dem Drang zu widerstehen, während des Unwetters draußen nach dem Rechten zu sehen! Die Gefahr, von umher fliegenden Ästen, Trümmerteilen oder Glassplittern getroffen zu werden, ist einfach zu groß. Der sicherste Ort im Haus oder in der Wohnung ist deshalb auch der Raum mit den wenigsten Fenstern. „Unwetter-Profis" haben übrigens immer eine Taschenlampe griffbereit, um von einem Stromausfall nicht zusätzlich überrascht zu werden.

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