Auf den Spuren des Bieres in Polen

Auf den Spuren des Bieres in Polen Foto: Valentyn Volkov

Viele sehen den Wodka als polnisches Nationalgetränk. Doch Polen ist vor allem eine Bier-Nation. Mit rund 100 Litern im Jahr liegt man im pro Kopf-Verbrauch nur knapp hinter Deutschland. Zwar bestimmen wenige Großbrauereien den polnischen Markt, doch gerade in den letzten Jahren sind viele kleine Regional- und Hausbrauereien neu entstanden. Die Vielfalt ist groß, und die möchte die westpolnische Großstadt Poznań (Posen) auch seinen Besuchern zeigen. Die Bierroute führt durch Brauereien, aber auch zu zahlreichen originellen und szenigen Bierkneipen im Stadtzentrum.


Die Posener Lech-Brauerei zählt zu den größten und modernsten Biererzeugern des Landes. Schon seit 2003 bietet man dort Führungen an, mehr als 200.000 Besucher aus dem In- und Ausland haben die Gelegenheit zu einem Besuch genutzt, der traditionell mit einer kleinen Verkostung endet. Neu im Angebot der Brauerei sind Programme, bei denen man einen noch umfangreicheren Einblick in die Welt des Bieres erhält. Was beim Wein die Aufgabe des Sommeliers ist, das übernimmt beim Bier der Cervesario. Er weiß die vielen verschiedenen Aromen der Biere zu schmecken, beurteilt fachkundig Schaum, Farbe oder Geruch des Gerstensaftes und kann zu jeder Sorte die korrespondierenden Speisen benennen. Wer ihm zuhört, merkt schnell, dass die Vielfalt beim Bier kaum geringer ist als bei Weinen und wer ihm folgt, kann bei der Verkostung seine eigenen Sinne schärfen. Ein guter Einstieg also für eine Tour durch die Posener Bierszene, die sich als erstaunlich vielfältig erweist.

Direkt am Stary Rynek, dem Posener Marktplatz im Zentrum der Altstadt, kann man die Bier-Reise fortsetzen mit einem Probeschluck in der Brovaria. Das Restaurant braut drei Sorten seines eigenen unfiltrierten Bieres, das sich in der großen Bierhalle, in gemütlichen Kellerräumen, im eleganten Restaurant oder sommers auch auf der großen Terrasse genießen lässt. Wer auf den Geschmack gekommen ist, kann im nahe gelegenen Basilium weitere polnische Biere testen. 150 verschiedene Sorten führt man dort, alle von kleinen, unabhängigen Brauereien. Genug also für einen langen Abend. Zum Vergleich mit anderen Bier-Nationen kann man dann ins Kriek, einen belgischen Pub, wechseln. Mit 170 Sorten, ebenfalls meist von kleinen Brauereien, ist auch dort die Auswahl riesig.

Nach dem kleinen Abstecher nach Belgien oder in den nahe gelegenen Dubliner Irish Pub werden viele wieder zum polnischen Bier zurückkehren. Die Auswahl dafür ist in der Altstadt riesig, und um sie zu erleichtern, hat die lokale Tourismusorganisation einen kleinen Guide herausgegeben, der auch einige Geheimtipps preisgibt. Wer ihm folgt, kann zum Beispiel seinen Abend im angesagten Dragon-Klub beenden. Von außen fällt dieser kaum auf, wer aber durch den ersten Schankraum tritt, findet sich in einem ungewöhnlichen Kneipen-Labyrinth wieder. Treppauf, treppab geht es erst in den einen, dann in den anderen lauschigen Hof, auf jeder Etage des alten Mietshauses gibt es eine Bar, jede etwas anders gestaltet, aber alle bevölkert mit vielen Posener Studenten oder Künstlern.

Ein Gang durch Posens Bier-Geschichte wäre unvollständig ohne einen Besuch der Stary Browar, der Alten Brauerei. Wo bis 1980 Bier gebraut wurde, entstand ein mehrfach preisgekröntes modernes Einkaufs-, Kultur- und Freizeitzentrum. Nicht nur die weit über 100 Geschäfte ziehen ein großes Publikum an. Auch zahlreiche Konzerte, Tanz- oder Theateraufführungen und Ausstellungen finden dort statt. Wer sich für die Rückreise noch mit dem einen oder anderen Bier eindecken möchte, wird in der Centrala Piwna leicht fündig. Das Kellergeschäft bietet mehr als Tausend verschiedene Biersorten aus dem In- und Ausland an. Wer sich bei der Auswahl schwer tut, erhält vor Ort fachkundige Beratung.

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